Catalog No: FLX30
Title: PC of Mirror
(Nano 2)
Sound Artist: ®
Visual Artist: ®
Label: Flux Records
Length: 1:01:03 (3663s)
Composed: 2015
Location: Los Angeles
Instruments: Coldfusion
Csound
Release Date: 9/26/2015
Format: Digital
File Under: nano music


[ PC of Mirror ]

XIII

Das Album "PC of Mirror" ist das zweite in der Reihe der Nano-Musiken (Nano 2) und besteht aus einem einstündigen Werk mit dem unvergesslichen Titel "rnd8csd-00b-B", unser opus 336 aus dem Jahre 2015.

Die Nano-Musik ist aus kurzen Noten komponiert welche ihren eigenen Raum mit sich tragen. Diese Räume sich fast unendlich groß, sodass einige der Noten sehr lange ausklingen. Die Verstreuung der Noten auf der Zeitachse ist durch eine gleichförmige Zufallsverteilung bestimmt, sehr wenige Noten sind in dem Bereich von einer Stunde gleichmässig aber zufällig verteilt. Die Entfernung zwischen Noten ist teilweise sehr groß, so groß das sie aus dem Kurzzeitgedächnis verschwinden. Eine neue Note erscheint, aber die Pause zur letzten Note ist zu lang, um beide in einen Zusammenhang zu bringen.

Der Sinn dieser Nanomusik stellt sich nur ein durch eine hörbare Erinnerung an die letzten Noten, ihr Ausklingen.

Sie verschwinden in das Nichts, aber ihr vergehender Hauch fährbt das Neue, im Jetzt Erscheinende. Ein Ereignis steht mit einem anderen Ereignis nur durch eine Erinnerung zusammen. Beide sind durch den mathematischen Zufall erschaffen, ohne Kausalität, ohne Vorsehung, ohne Grund und Folgen.

Wie kann ein solches Verhältniss bezeichnet werden, wie ist es erfahren?

Anstatt an der Zeit-abfolge zu verharren, benennen wir es als Zeit-ung. Die Bewegung geht nicht nach vorn, sondern vielmehr ist einfach. Sein und Zeit sind miteinander verwoben oder die Zeit spielt keine getrennte Rolle vom Sein mehr, sie ist vielmehr und erscheint nicht mehr.

Die Frage nach dem Sein ist dann die Erfahrung der Zeit als Erinnerung, als eine Zeit-ung. Platon bezeichnet jedes Entdecken, jedes Lernen als eine Erinnerung. Das Sein ist un-erschaffen und wird von dem Verborgenen nur in das Wissen, in das Licht erinnert. Diese Einsicht gibt der Nano-musik ihren Sinn, bringt die Nano-musik in das Sinnliche. Erinnerung schaft das Un-erschaffene, bringt das Sein aus dem Verborgenen, aus der Erinnerung.

Erinnerungen sind nichts anderes als Ausklänge in der Welt der Nano-Musik.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind in diesem Sinne, keine folgt der anderen sondern alle sind verhandelt. Bewegung wird nicht erfahren als Richtung sondern als Sein, welches selber richtungslos ist. Es ist die Verhandlung des Erfahrenden selber welche der Nano-musik Sinn gibt, sie ist also ein Spiegel des Selbst.

Durch die Beobachtung, durch das Versenken des Höres in die Musik ist die Musik ein Spiegel des Hörenden.

Der Sinn der Nano-Musik ist das Sein an sich, ist die Entdeckung aus dem Verborgenen des Erfahrenden. Dieses ist kein Vorgang sondern eine Einsicht, eine Verwebung des Erfahrenden mit der Zeit an sich. Hier gibt es kein vorher, jetzt und nachher welche getrennt vom Erfahrenden sind.

Der Moment der Beobachtung ist das Sein als Erscheinung. Das Licht leuchtet in den Spiegel. Die Nano-Musik fordert die Grenzen der Wahrnehmung heraus und zeigt das diese nur eine Wiederspiegelung des Erfahrenden selber sind, eine Erinnerung, das Hören der Zeit-ung.

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[PC of Mirror] Image